Arbeitsgruppe Kubik

Lehre - Supramolekulare Chemie - Wirt-Gast-Systeme - Podanden

Als Podanden bezeichnet man offenkettige Verbindungen, die in einer linearen oder verzweigten Kette Donoratome tragen.

Podanden

Podanden besitzen keinen für die Kationenbindung vororganisierten Hohlraum, sie können aber bei Komplexbildung eine Konformation mit einem Hohlraum annehmen. Da dies jedoch mit einem ungünstigen Entropiebeitrag verbunden ist, sind Komplexe von Podanden um Größenordnungen instabiler als die von Coronanden und diese wiederum stehen den Cryptandkomplexen und mehrere Zehnerpotenzen nach.

Vergleich

KomplexKa / M-1Effekt
Podat102 - 104Chelateffekt
Coronat104 - 106makrocyclischer Effekt
Cryptat106 - 1010makrobicyclischer Effekt

Unterschiede ergeben sich auch in der Kinetik ihrer Komplexbildung. Die konformativ starreren Cryptanden komplexieren langsamer als Coronanden und diese wiederum langsamer als die flexiblen Podanden.

Rezeptoren, die auch in Abwesenheit des Gastes eine bereits für die Komplexbildung günstige Konformation besitzen, sind vororganisiert.

Der Entropieverlust bei der Komplexbildung (Verlust konformativer Freiheitsgrade) ist gering.

Dadurch ist bei analoger enthalpischer Stabilisierung eine höhere Gesamtstabilität für einen Komplex zu erwarten, als für den entsprechenden Komplex eines weniger gut vororganisierten Rezeptors.

Letzte Änderung: 19-05-05. Email

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